Kettelstorf - Historisches - Zweimal abgebrannt

Zweimal abgebrannt

Kurz vor Weihnachten 1888 hatten der Dienstknecht Wilhelm Prange und der Maurer August Sander einen über den Durst getrunken. Sander plagte in diesem Zustand das Gewissen; er neigte sich zu Prange und flüsterte ihm zu: "Wilhelm, wenn du mich nicht verräthst, denn will ich dich sagen, daß ich Harms seine Scheune damals angesteckt habe; ich befand mich in Noth und da ich meine Möbel gut versichert hatte und mir das Geld denn doch ausbezahlt werden mußte, steckte ich die Scheune an, wodurch doch auch das Haus, wo wir drin wohnten, mit abbrennen mußte." So hat es der Fußgendarm Maerz in einem langen Bericht vom 6. März 1889 dem Königlichen Landratsamt in Oldenstadt berichtet. Der Knecht Prange hatte ds ihm verratene Geheimnis wohl auch nicht immer für sich behalten können.

Sander würde zur Zeit in Bardowick arbeiten, vermerkte der Gendarm. Ob der angebliche Brandstifter dort verhört oder nicht aufgefunden wurde, geht aus den Akten nicht hervor. Das Landratsamt hat am 7. Mai 1889 auf dem Bericht vermerkt: "Das Verfahren gegen Sander ist eingestellt, daher ad acta."

Lange hatte die Familie Harms keine Freude an dem neuen Haus gehabt, denn am 12. Februar 1909 brach nachts um 5 Uhr erneut Feuer aus. Ob es in dem bei der Scheune lagernden Stroh oder in der Scheune entstand, war nicht mehr festzustellen. "Infolge des starken Frostes und Wassermangels konnte das Wohnhaus nicht gerettet werden", schrieb Gendarmerie-Wachtmeister Schenkies in seinem Bericht. Es wurde Brandstiftung vermutet, doch konnten keine Spuren festgestellt werden. Das Wohnhaus war mit 8000 Mark, die Scheune mit 9000 Mark versichert.

26. Februar 1980: Ein 400 Jahre alter Baum wird in Kettelstorf gefällt