Rubrik: Bauernhof      

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Foto oben: Ein Rübenroder, der direkt auf Anhänger verlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto oben: Überladevorgang der Rüben auf Anhänger

Die Rübenernte

Von der Rübe zum Lolli

In unseren Zuckerrüben steckt richtig viel Energie, doch bis daraus mal eine süße Leckerei für Sie wird, muß der Bauer erstmal an die Arbeit.

Dazu benötigt er meist fremde Hilfe. Denn die Maschinen, die zur Rübenernte benötigt werden, sind sehr groß und teuer, so daß sie sich ein Bauer alleine gar nicht leisten kann. Außerdem sind sie nur wenige Tage im Jahr im Einsatz - dann aber rund um die Uhr, damit sich die Anschaffung auch rentiert.

 

Zum Rübenroden werden vereinzelt noch zwei verschiedene Maschinen eingesetzt. Zum einen die Maschine, die die Rüben aus dem Boden herausholt und das Blatt abtrennt und zum anderen der Aufsammler. Dieses große Monstrum wird genau wie der "Köpfer" hinter einen Trecker gehängt und nimmt die Rüben vom Boden auf.

Moderne Rübenroder können dies schon in einem Arbeitsgang erledigen. Sogenannte "Selbstfahrer" (siehe erstes Foto oben) sind noch riesiger und müssen auch nicht mehr hinter einen Trecker gehangen werden. Der Landwirt kann sie aus einer Kabine direkt steuern.

Ist der Sammelbunker des Aufsammlers voll, wird ein Rübenberg in der Nähe aufgeschüttet, wo die Zuckerfrucht jetzt erstmal zwischengelagert wird. Da in der Rüben-Erntezeit oft schon der Frost einsetzt, müssen die Rübenberge ordnungsgemäß mit Vlies zugedeckt werden. Darüber wacht die Zuckerfabrik sehr genau, denn für die Weiterverarbeitung können keine verfrorenen, aufgematschten Rüben verwendet werden. Dann verklebt die ganze Fabrik - ein teurer Spaß.


Bevor es aber zur Weiterverarbeitung kommt, lädt der Bauer die Rüben vom großen Berg auf Anhänger und bringt sie zur Zuckerfabrik. Allerdings darf da nicht jeder Landwirt einfach so mit Rüben hinfahren. Er muß sich vorher bestimmte Anteile gesichert haben, nach denen dann die zu liefernde Menge berechnet wird. Ausserdem wird nach A, B und C-Rüben unterschieden. Für A-Rüben gibt's am meisten Geld und für C-Rüben (Überschusslieferungen) am wenigsten.

Vor dem Werkstor der Zuckerfabrik (Für uns ist das Nordzucker in Uelzen) müssen alle mitfahrenden Kinder aus dem Trecker aussteigen! Ein großes Schild kündigt erschreckend an: "Das Mitbringen von Kindern auf das Fabrikgelände ist wegen der Unfallgefahr verboten!" Und für alle die nicht hören können, folgt die nächste Kontrolle.

Der Landwirt muß mit seinem Trecker samt Anhänger auf eine Waage fahren, mittels Chipkarte wird er identifiziert und und das Gewicht seiner Anlieferung gemessen. Und hier sitzt auch in einer Art Containerbau das "Security-Personal". Entdeckt es Kinder in der Fahrerkabine, schallt es sofort aus dem Lautsprecher: "Das Kind bitte aussteigen lassen" oder "Das nächste Mal bleibt der Bengel aber zu Hause!"

Schmutzproben bei der Zuckerfabrik
Hat man aber auch diese Hürde genommen, geht es weiter zur Probeentnahme. Mittels einer Art "Greifer", wird in den Rübenanhänger gestochen und so eine Probe der Lieferung genommen. Anhand dieser Probe wird der Zuckergehalt berechnet sowie der Anteil von Schmutz und Steinen, die zusammen mit den Rüben angeliefert werden.

Für den Schmutzanteil bekommt der Bauer später Geld abgezogen, daher bemüht man sich natürlich, möglichst reine Rüben anzuliefern.

Nachdem die Probe genommen wurde, geht es weiter zum Abladen. Dort kippt der Landwirt seine Rüben meistens in eine tiefe Schüttgrube, wo sie gleich per Förderband abtransportiert werden. Nicht selten passiert es aber, dass die Zuckerfabrik mit einem technischen Problem zu kämpfen hat. Dann steht alles still, und es können keine Rüben verarbeitet werden. In diesem Fall können die Anlieferer ihre Rüben jedoch auf einer riesigen, betonierten Fläche abladen. Funktioniert die Zuckerfabrik dann wieder, kann dieses Zwischenlager erst einmal abgebaut werden.

Bevor der Bauer das Fabrikgelände wieder verlassen kann, werden seine Anhänger aber noch einmal gewogen. Subtrahiert man nun das soeben gewogene "Leergewicht" von dem Gewicht der vollen Anlieferung (wurde ja ganz zu Anfang gemessen), hat man das Gewicht der Rübenanlieferung.

Und ganz zum Schluss kriegt der Bauer noch was zum Schmökern für die Heimfahrt mit: Einen druckfrischen Ausdruck über die eben angelieferten Rüben mit Angaben zu Schmutz- und Zuckergehalt.

Weitere Informationen z.B. bei:
Reportage von "Submail.de"
Nordzucker
Rübenroder von Ropa